Tag 8: Bialystok-Tykocin

Do widzenia Bialystok!

Vor mir liegt der äußerste Nordostzipfel Polens, die Region (Wojewodschaft) heißt Podlachien. Ursprüngliche Wälder und eine Seenlandschaft in einem dünn besiedelten Gebiet erwarten mich.

Die Feierlichkeiten in Pomigace bei Bialystok auf einer Art Event-Ranch waren zugleich sportlich gesehen die notwendigen Ruhetage, um mit frischen Kräften in die zweite Phase der Radtour einzusteigen. Praktischerweise habe ich auf diesem Wege auch zwei Regentage hinter mir gelassen. Der Himmel klarte auf und bei 21 Grad schien die Sonne wieder. Am Mittag holte ich mein Rad im Hotel Royal in Bialystok ab, wo die gleiche Rezeptionisten Dienst tat wie am Samstag. Ich buchte noch den Versand meines Koffers, schickte die notwendigen Unterlagen zum Ausdrucken an die Rezeption, beklebte das Reiseutensil mit dem Versandzettel und gab der Hotelmitarbeiterin die letzten Hinweise und natürlich ein Trinkgeld. Die Spezialbehandlung war wirklich hilfreich für mich. Der Koffer brachte nicht nur meinen Anzug und Schickimickischuhe wieder auf den Heimweg, sondern auch Dreckwäsche, sodass ich mir das Waschen in Bialystok sparen konnte.

Beschilderung des Green Velo

Ich hatte für diesen Tag nur eine Tour bis zum alten Städtchen Tykocin geplant. Zum einen wegen der Abreiselogistik in Bialystok, zum anderen, weil ich mich noch verproviantieren musste und langärmlige Funktionskleidung für die jetzt kühler werdenden Tage und vor allem Abende besorgen wollte. – Im Fachgeschäft meiner Wahl fanden auch noch eine Zweithose, Fahrradhandschuhe, Funktionsunterwäsche, ein kurzes Shirt und eine CO2-Kapsel für das schnelle Aufpumpen des Ersatzschlauchs, im Fall der Fälle, in meinen Einkaufswagen. Der Reifen meines Hinterrads ist unübersehbar porös, aber nach meiner Theorie hält er die Tour noch durch.

Tykocin mit weiter Landschaft

Als ich dann noch die Lebensmittel besorgt hatte, war es bereits halbdrei. Kurz nach fünf und 40 Kilometern Fahrt war ich schon in Tykocin, die erste Etappe auf dem Green Velo. Dieser neue EU-geförderte Radweg beschert mir zwar auf dem Weg nach Danzig etliche Zusatzkilometer, aber ich will eine der wildesten Regionen Polens kennenlernen und nehme den Umweg gerne in Kauf. Dafür habe ich mir von der Green-Velo-Website die notwendigen Strecken zusammengestellt, im gpx-Format heruntergeladen und in meiner Navi-App Komoot geladen. Die Strecke morgen führt durch den Nationalpark Biebrza, ein Torfgebiet mit besonderer Vogelwelt.

Dieser Beitrag wurde unter Polen, Radtour, Reisetagebuch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.