Tag 7: Wyszków-Czyzew-Bialystok

Heute habe ich eigentlich keine Lust mehr, noch etwas aufzuschreiben. Das schwülwarme Gewitterwetter schlägt offensichtlich auf die Kondition. Vielleicht ist jetzt einfach auch eine Regenerationspause dran.

Der Tag begann zu spät. Ich hatte zwar eine super Pension, aber kein Frühstück bestellt. Bis ich dann beim Discounter verproviantiert und gefrühstückt war, war es schon zwanzig vor zwölf. Für die Streckenplanung war klar, dass ich für den frühen Abend eine Bahnstation ansteuern muss, um noch nach Bialystok zu kommen. Außerdem sind ja Gewitter angesagt. Die Wahl fiel auf Czyzew. Danach würde sich die Route wieder von der Bahntrasse entfernen und ich ginge das Risiko ein, im Wald vom Gewitter überrascht zu werden, ohne Öffis in der Nähe. Die Entscheidung war gut, denn ein kräftezehrender Sandweg in den Auenwäldern des Bug kostete Zeit. Für Alternativen hätte ich mehr Zeit in die Planung stecken müssen. Vor Ort erwies sich alles andere als ein großer Umweg, sodass ich in Kauf nahm streckenweise zu schieben.

Im tiefen Sand blockieren die Räder – schieben ist angesagt. Sand fressen Kraft auf.

Die 70 Kilometer bis nach Czyzew bin ich dann praktisch durchgefahren und kehrte gleich hungrig beim lokalen polnischen Kebab ein: Riesendöner für 13 Zloty und eine kleine Cola für 3 Euro, macht zusammen umgerechnet 3,81 Euro. Im Lokal war dann auch das Laden des Handys dran, denn ich hatte in Wyszków vergessen, die Powerbank über Nacht mit Strom zu versorgen. – Für eine 140-Kilometer-Tour ist eine bessere Planung und ein früher Aufbruch nötig. Den notwendigen Elan hatte ich am Ende der strapaziösen Woche wohl nicht mehr und ich wurde etwas nachlässig.

Gewitterwolken auf dem Weg zur Bahnstation in Czyzew – drückende Hitze

Drückende Hitze, 31 Grad, dunkle Wolken, Gewitterluft: Kaum war ich nach meiner Döner-Pause an der Bahnstation angekommen, fuhr um 17:42 Uhr auch schon der Intercity nach Bialystok. Die modernen Wagen haben eine Ecke zum Aufhängen der Räder. Ein Rad hing schon in der Verankerung. Die Besitzerin hatte die gleichen gelben Radtaschen wie ich. Ich machte ihr klar, dass sie wegen mir nicht umbauen muss. So steckte ein Ende meines Rades im Radabteil, das hintere Ende steckte Richtung Ausstieg, fühlte sich aber alles stabil an. Endlich erreichte ich kurz nach halbsieben das erste Ziel meiner Reise. Im Hotel Royal stand mein Koffer mit den Partyklamotten bereit. Das Rad durfte ich freundlicherweise an der Rezeption unterbringen. Da sah ich auch schon bekannte Gesichter. Nach kurzer Begrüßung durch den Jubilar (Geburtstag hat er erst am Sonntag), der mir auch die anderen vorstellte, das Brautpaar etc., machte ich noch einen Rundgang in der Stadt, wo mich dann ein leichter Gewitterregen doch noch erwischte.

Die City von Bialystok hat ein lebendiges Nachtleben mit schön eingerichteten Kneipen und Restaurants.

Zwei Tage Pause, bevor es in Richtung Green Velo und die Masuren geht.

Bisherige Bilanz: 626 Radkilometer.

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