{"id":1042,"date":"2018-08-29T22:37:39","date_gmt":"2018-08-29T20:37:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/?p=1042"},"modified":"2018-08-29T23:34:31","modified_gmt":"2018-08-29T21:34:31","slug":"tag-10-augustow-zerdziny-dreilaendereck-green-velo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/archives\/1042","title":{"rendered":"Tag 10: August\u00f3w-\u017berdziny (Dreil\u00e4ndereck, Green Velo)"},"content":{"rendered":"<p>Im Dunkeln im Wald an der russischen Grenze umherzukurven, das war schon etwas beklemmend. Der Reisef\u00fchrer macht Mut, dass auch ein versehentlicher Grenz\u00fcbertritt zu mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen f\u00fchren kann. Dank Navi und Green-Velo-Schildern war ich mir zwar zu keiner Zeit unsicher, aber das mulmige Gef\u00fchl hing wohl mit der beginnenden Nacht und den alten Bildern von Ostgrenze zusammen. Doch der Tag von vorne.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1061\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_1061\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 650px\"><a href=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584ea9210.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-1061\" src=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584ea9210-1024x578.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584ea9210-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584ea9210-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584ea9210-768x433.jpg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584ea9210.jpg 1496w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_1061\" class=\"wp-caption-text\">Marina von August\u00f3w<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei der Streckenplanung galt es zu entscheiden, den direkten Weg \u00fcber Suwalken (Suwalki) nach Norden zu nehmen oder den Green Velo mit einem Umweg durch die Naturparks im Osten. Ich entschied mich, die Wildnis aufzusuchen und meldete meinem Quartiergeber, dass es bei den 131 Kilometern 20 Uhr werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Bei heiterem Himmel passierte ich die Marina von August\u00f3w und fuhr eine ganze Weile an den Seen<a href=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584f64240.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-large wp-image-1058\" src=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584f64240-1024x578.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584f64240-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584f64240-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584f64240-768x433.jpg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16584f64240.jpg 1496w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a> entlang Richtung Osten durch dichte W\u00e4lder, die von Kiefern dominiert wurden. Bis auf ein paar wenige Beerensammler waren kaum Menschen anzutreffen. Die sandige Schotterpiste fuhr sich zun\u00e4chst gut, sp\u00e4ter nur m\u00e4\u00dfig gut, sodass ich langsamer wurde. An einigen Stellen bl\u00fche das Heidekraut. Unterwegs fand ich noch eine Karte von der Region Suwalken, die ich gerne einsteckte. Die Sonne schaffte es nur wenig \u00fcber 20 Grad.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1057\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_1057\" class=\"wp-caption aligncenter\" style=\"width: 588px\"><a href=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585076cc8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1057 size-large\" src=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585076cc8-578x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585076cc8-578x1024.jpg 578w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585076cc8-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585076cc8-768x1361.jpg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585076cc8.jpg 844w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_1057\" class=\"wp-caption-text\">Sandpisten f\u00fchrten durch dichte W\u00e4lder<\/figcaption><\/figure>\n<p>Da ich unterwegs viel fotografierte, musste ich mein Handy-Akku schon vor Suwalken an die Powerbank anschlie\u00dfen. Da es kr\u00e4ftem\u00e4\u00dfig ganz gut voranging beschloss ich, die Mittagspause ausfallen zu lassen und erst in Suwalken zu rasten. So fuhr ich dann gut 80 Kilometer durch und hielt in dem St\u00e4dtchen gegen 17 Uhr an einer Pizzaria. Ich suchte mir eine Ecke mit Steckdose, um das Handy aufzuladen und bestellte eine &#8222;popul\u00e4re&#8220; Pizza. Zwei Drittel davon hatte ich geschafft, den Rest lie\u00df ich mir einpacken. Den Rest der Strecke fuhr ich also mit Pizzaschachtel auf dem Gep\u00e4cktr\u00e4ger.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/165866172d0.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-1046 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/165866172d0-578x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"578\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/165866172d0-578x1024.jpg 578w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/165866172d0-169x300.jpg 169w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/165866172d0-768x1361.jpg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/165866172d0.jpg 844w\" sizes=\"auto, (max-width: 578px) 100vw, 578px\" \/><\/a>Die Landschaft ver\u00e4nderte sich n\u00f6rdlich von Suwalken recht schnell. Eine sch\u00f6ne sehr h\u00fcgelige Weidelandschaft tat sich auf. Ich hatte einige H\u00f6henmeter zu bew\u00e4ltigen, zum Schluss musste ich sogar noch aus dem Sattel und die Pizza im Magen qu\u00e4lte mich etwas. Daf\u00fcr wurde ich von einem m\u00e4rchenhaft sch\u00f6nen Ausblick belohnt. In den T\u00e4lern begannen sich Nebelb\u00e4nke zu bilden. Bl\u00e4ulich schimmerte der Tau auf den sattgr\u00fcnen Wiesen. Am Horizont war ein Radom zur \u00dcberwachung des Funkverkehrs zu sehen. Vielleicht war es aber auch nur ein Futtersilo. Das mit dem Radom gef\u00e4llt mir aber besser.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1047\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_1047\" class=\"wp-caption alignleft\" style=\"width: 650px\"><a href=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585ada778.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-1047\" src=\"http:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585ada778-1024x578.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"361\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585ada778-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585ada778-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585ada778-768x433.jpg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/16585ada778.jpg 1496w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_1047\" class=\"wp-caption-text\">Feld auf dem Weg nach Suwalken: Was wird hier nur angebaut?<\/figcaption><\/figure>\n<p>Je dunkler es wurde, desto unwirklicher erschien mir die Landschaft. Ich zog ein lang\u00e4rmliges Shirt \u00fcber, wechselte die Sonnenbrille gegen die normale aus und fuhr in die Dunkelheit. An einigen Stellen haben die Bauern gr\u00f6\u00dfere Findlinge und kleinere Brocken von den Weiden und Feldern gesammelt und aufget\u00fcrmt oder Steinnester gebildet. In Schutzgebieten liegt alles noch so herum wie nach der Eiszeit. Die Wiesen mit gro\u00dfen Steinen \u00fcbers\u00e4t, teilweise \u00fcberwachsen, sodass sie in dieser huckeligen-buckeligen Welt auch noch alles im Kleinformat nachbilden, was im Gro\u00dfen die Landschaft ausmacht.<\/p>\n<p>Die Hunde waren heute freundlich zu mir. Ein schwarzer Dorfmischling begr\u00fc\u00dfte mich zu sp\u00e4ter Stunde erst bellend, wedelte dann mit dem Schwanz und scharw\u00e4nzelte um mein Rad herum, w\u00e4hrend sein Kumpel auf Abstand blieb. In der Dunkelheit hatten die wenigsten Hunde allerdings noch Lust gro\u00dfartig zu bellen. Ich fuhr durch Sumpfgebiete. Da kreischten ein paar V\u00f6gel und ich hatte das Gef\u00fchl, dass sie mir folgten. Dann huschte mal eine Katze \u00fcber den Weg, links und rechts in den W\u00e4ldern seltsame Ger\u00e4usche. Oder doch nur mein Rad und das Knarren meiner Pizzaschachtel? Ich h\u00f6rte auf, die Pedalen zu treten und lauschte. Richtig, nur die Pizzaschachtel. In einem Dorf flogen Flederm\u00e4use an mir vorbei. Ich h\u00f6rte die Fl\u00fcgelschl\u00e4ge und nahm die Schatten war. Da bemerkte ich zwei rote Lichtsignale, wahrscheinlich von einer Bahnlinie. Nach ein paar wenigen Kilometern kam ich in meinem Quartier in Zerdziny an, wo mich die Gastgeberin gleich begr\u00fc\u00dfte. Sie kam \u00fcber die Terrasse und hatte mein Licht gesehen. Es ist das letzte Haus vor der Grenze, direkt am Dreil\u00e4ndereck. Bei Tageslicht muss man r\u00fcberschauen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Dunkeln im Wald an der russischen Grenze umherzukurven, das war schon etwas beklemmend. Der Reisef\u00fchrer macht Mut, dass auch ein versehentlicher Grenz\u00fcbertritt zu mehrj\u00e4hrigen Haftstrafen f\u00fchren kann. 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