{"id":1735,"date":"2020-06-15T23:08:45","date_gmt":"2020-06-15T21:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/?p=1735"},"modified":"2020-06-18T22:32:10","modified_gmt":"2020-06-18T20:32:10","slug":"3-etappe-ingolstadt-donaustauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/archives\/1735","title":{"rendered":"3. Etappe: Ingolstadt-Donaustauf"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Nacht hatte es kr\u00e4ftige Gewitter gegeben. Am Morgen, beim Aufwachen, war es da: dieses vertraute Ger\u00e4usch von Dauerregen. Kurz nach 7 Uhr waren wir die ersten G\u00e4ste am Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet. Das Hotel wollte wissen, wann wir fr\u00fchst\u00fccken, um die G\u00e4ste wegen der Corona-Kontakteinschr\u00e4nkungen zu entzerren. Alles war einzeln eingepackt: jedes Br\u00f6tchen in einem T\u00fctchen, Marmelade im Glast\u00f6pfchen mit Deckelchen, zwei K\u00e4sescheibchen auf einem Teller in Zellophan eingeh\u00fcllt, das gleiche mit dem Schinken usw. <\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00e4der hatten wir unter einem kleinen Dach im Hof des Hotels neben vielen anderen R\u00e4dern an St\u00e4ndern zur \u00dcbernachtung angeschlossen. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck half mir Burkhard den Schlauch zu flicken. Ich hatte kein Flickzeug dabei, nur einen Ersatzschlauch. Der Regen hatte etwas nachgelassen. Trotz noch schmerzender rechter Hand war es ein gutes Gef\u00fchl, wieder losrollen zu k\u00f6nnen. Es tr\u00f6pfelte kaum merklich &#8211; von Regen konnte keine Rede mehr sein. Geschwind fuhren wir an die Donau und folgten den Wegmarkierungen. Bis zum Kloster Weltenburg hatten wir viel asphaltiere Radwege, kleinere Landstra\u00dfen, aber auch Kiespiste auf dem Donau-Damm mit Pf\u00fctzen und ein paar wenige schlechtere Wege durch den Wald. Immer wieder waren Hopfenfelder zu sehen, wenn uns die Strecke von der Donau ab durch sch\u00f6ne D\u00f6rfer f\u00fchrte, in denen kein Mensch auf der Stra\u00dfe war. Die Sonntagsruhe kam uns f\u00fcr die Tour zupass, da uns auch kaum Autos auf den Nebenstra\u00dfen begegneten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen 12 Uhr kamen wir im Kloster Weltenburg an. Wir kauften zwei Tickets f\u00fcr das Schiff in das rund sechs Kilometer entfernte Kelheim. Wir sparten uns dadurch schlechte, steile Wege \u00fcber die Kalksteinfelsen. Die 100 H\u00f6henmeter bereiten uns zwar keine Kopfschmerzen, aber Radtourer, denen wir am Kloster begegnet waren, hielten die Strecke mit unseren R\u00e4dern f\u00fcr ungeeignet. Also eher etwas f\u00fcr ein gutes Mountainbike. Im Kloster-Biergarten genehmigten wir uns eine Kartoffelsuppe, die etwas klein ausfiel, und nat\u00fcrlich das hausgemachte Hefeweizen &#8211; alkoholfrei, versteht sich. Der Rest der Speisekarte bestand aus Fleisch und Wurst und war nichts f\u00fcr unsere weiteren Radtourpl\u00e4ne.<\/p>\n\n\n\n<p>Als wir wieder aufbrachen, setzte ein st\u00e4rkerer Regen ein. Nebelschwaden hingen in den wei\u00dfen Felsen an der Donau. Wir froren etwas. Im Schiff a\u00dfen wir unsere Br\u00f6tchen, die wir uns im Altstadthotel in Ingolstadt noch schmieren durften. W\u00e4hrenddessen t\u00f6nte das Erz\u00e4hlband aus den Lautsprechern. Die englische Stimme erz\u00e4hlte etwas von Piraten, die eine H\u00f6hle am Ufer genutzt h\u00e4tten. Die deutsche Stimme wusste, dass sie schon in der Steinzeit bewohnt war, kannte aber keine Piraten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Kehlheim setzten wir bei Regen unsere Tour fort. Burkhards Schutzblech h\u00e4lt hinten deutlich mehr Dreck ab als mein Schmutzf\u00e4nger. Da die Kieswege meist aus hellem Kalkstein gemacht sind und der Schlamm gr\u00e4ulich-wei\u00df ist, waren meine Radtaschen, meine Schuhe, Beine, Str\u00fcmpfe und gro\u00dfe Teile des Rades entsprechend bespritzt. Der Regen lie\u00df wieder nach und 10 Kilometer vor Regensburg kam sogar die Sonne durch. Gegen halbvier erreichten wir die Altstadt und machten am Dom an einer Eisdiele eine Pause. Ich esse das Eis normalerweise aus einer T\u00fctchenwaffel. Die zwei Eiskugeln hatten aber irgendwie den Halt verloren und ich musste sie mit der linken Hand auffangen. Schleifspuren auf meinem Trikot und der Hose konnte ich noch schnell wegfingern und -lecken. Burkhard ging es \u00e4hnlich, was auf ein systemisches Problem der Eisdiele schlie\u00dfen l\u00e4sst. Nachdem wir uns die klebrigen H\u00e4nde gewaschen hatten, fuhren wir weiter nach Donaustauf, unserem heutigen Etappenziel. <\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen Kehlheim und Regensburg gab es schon einige Rennstrecken: gut asphaltierte breite Radwege. Auch nach Donaustauf lie\u00df sich noch einmal ordentlich durchziehen, wobei ich bei Burkhard im Windschatten fuhr und das leichte, schnelle Vorankommen genoss. In Donaustauf quartierten wir uns um f\u00fcnf Uhr f\u00fcr 99 Euro mit Fr\u00fchst\u00fcck in Forsters Posthotel ein, Fahrradabstellplatz und Upgrade auf ein Comfort-Zimmer inklusive. Ich hatte etwas Muskelkater und nahm von meinen Magnesium-Brausetabletten.<\/p>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.komoot.de\/tour\/202490764\/embed?profile=1\" width=\"100%\" height=\"580\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht hatte es kr\u00e4ftige Gewitter gegeben. 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