{"id":1815,"date":"2020-08-21T22:39:05","date_gmt":"2020-08-21T20:39:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/?p=1815"},"modified":"2020-08-21T23:08:02","modified_gmt":"2020-08-21T21:08:02","slug":"sr20-3-aarau-gorgier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/archives\/1815","title":{"rendered":"SR20-3 Aarau-Gorgier"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute war wieder ein Tag mit Sonne pur und deutlich \u00fcber 30 Grad am Nachmittag. Der Gegenwind aus S\u00fcdwest bremste mich etwas aus und ich hatte schon Sorge mein Ziel Gorgier nicht rechtzeitig zu erreichen. Ich hatte im <a href=\"http:\/\/www.hotellestilleuls.ch\">H\u00f4tel Les Tilleuls<\/a> ein Zimmer mit Gemeinschaftsdusche f\u00fcr 47 Euro reserviert. Anreise bis 19 Uhr. Der Gegenwind hat oft den Effekt, dass man sich langsamer f\u00fchlt als man wirklich ist. Ich g\u00f6nnte mir erst nach 80 Kilometern kurz nach 15 Uhr am Bieler See eine Pause. Da war abzusehen, dass die restlichen 40 Kilometer bis zur Unterkunft kein Problem mehr sein w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Psychologisch finde ich die weit einsehbaren Stra\u00dfen und Radwege nicht so g\u00fcnstig. Vor allem nicht bei Gegenwind. Man hat dann noch weniger das Gef\u00fchl voranzukommen. Von den Seen abgesehen gab es viele solcher Wildweststra\u00dfen, die schnurgerade durch die Landschaft f\u00fchrten. Typischerweise sind viele Wirtschaftswege in den Feldern auch asphaltiert, sodass das Radfahren am Ende deutlich leichter ist als etwa in Polen, wo es in der Fl\u00e4che doch noch viele schlechte Stra\u00dfen und Wege anzutreffen sind. Wobei ich von Polen insgesamt positiv \u00fcberrascht war, z. B. von den Radwegen in den St\u00e4dten und in Podlachien.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Hitze trank ich heute jede Menge Wasser und Cola. Am Bieler See wollte ich noch etwas essen. Aber in einem Migros, einer hier verbreiteten Supermarktkette, gab es nur Getr\u00e4nke. Deshalb beschloss ich, nur mit dem Cola-Antrieb das letzte St\u00fcck, ca. 30 Kilometer, zu fahren. Der Ausblick auf den Bieler See war fantastisch: t\u00fcrkisfarbenes Wasser, die Berner Alpen am Horizont und Segelboote und Yachten, die im See kreuzten. An einem Gew\u00e4sser gelangte an den Neuenburger See. Es gibt offenbar eine schiffbare Verbindung zwischen beiden Seen. Bei Neuenburg (Neuch\u00e2tel) folgte ein Hafen dem anderen und ein Strandbad wechselte sich mit dem n\u00e4chsten ab. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich fuhr nicht sonderlich effektiv, blieb am Ufer auch mal im Kies stecken, weil ich den Weg, den das Navi vorgesehen hatte, wohl nicht richtig interpretierte. Durch Baustellen und Unachtsamkeit hatte ich schon unn\u00f6tig Zeit verloren. Vor Gorgier war ich dann auch noch in eine bl\u00f6de Sackgasse gefahren. Bl\u00f6d, weil unn\u00f6tig H\u00f6henmeter. Ich stellte den Ma\u00dfstab am Navi etwas kleiner ein und nahm den letzten Schluck Wasser, um den Steilen Berg bis Gorgier noch zu nehmen. Kurz vor dem \u00d6rtchen tauchte am Wegesrand, immer noch hoch oben \u00fcber dem Neuburger See, eine wundersch\u00f6ne Burg auf, Mitten im Wald und wohl noch kaum touristisch erschlossen. Im Ort machte ich Rast an einem k\u00fchlen Brunnen und fragte nach der Adresse der Unterkunft. Sie lag vis-\u00e0-vis des Brunnens, nur etwas von einem Baum verdeckt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten: on parle fran\u00e7ais, franz\u00f6sischsprachige Schweiz. Mit dem Wirt hatte ich kurz gekl\u00e4rt, dass mein Velo in die Garage darf. Er meinte, es passiere eigentlich nichts. Aber man wei\u00df ja nie. Im zweiten Obergeschoss bezog ich meine Kammer und \u00f6ffnete die Fensterl\u00e4den: Der weite Blick auf den See in der altmodischen Kammer entsch\u00e4digten mich f\u00fcr die M\u00fchsal des Tages. Ein Traum. Das Essen im Hotelrestaurant war sehr gut und auch dringend n\u00f6tig nach meiner Cola-Di\u00e4t. Am Nachbartisch haben sie sich noch eine Cr\u00e8me Br\u00fbl\u00e9e reingezogen. Ich kann heute nichts S\u00fc\u00dfes mehr sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr morgen Vormittag ist Regen angesagt, der sich aber im Laufe des Tages verziehen soll. Deshalb habe ich mir in Genf schon einmal ein Zimmer besorgt. Das Ausw\u00e4rtige Amt hat f\u00fcr Frankreich die Reisewarnungen aktualisiert. Die Infektionszahlen in den Departements Bouche-du-Rh\u00f4ne und Alpes-Maritimes sind stark gestiegen. Mal schauen, wie sich es weiter entwickelt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Daten von heute: 127 Kilometer (ein paar Umwege eingeschlossen), nur 700 H\u00f6henmeter (bergauf), daf\u00fcr Gegenwind. Wie viel, das schlage ich heute nicht mehr nach. Das mit dem Synchronisieren zwischen Wahoo-Navi und Komoot funktioniert in den t\u00e4glich wechselnden WLAN-Netzen nicht. Deshalb gibt es hier auch noch keine Komoot-Daten. Der Foto-Download vom Handy macht mich auch wahnsinnig. Mein MacBook Air will das nur \u00fcber die Bilder-App machen und zeigt keine Vorschaubilder. Nur die aktuellen runterzuladen ging auch nicht: Alle 4000 Fotos oder nichts. Festplatte voll. Nerv.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute war wieder ein Tag mit Sonne pur und deutlich \u00fcber 30 Grad am Nachmittag. Der Gegenwind aus S\u00fcdwest bremste mich etwas aus und ich hatte schon Sorge mein Ziel Gorgier nicht rechtzeitig zu erreichen. 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