{"id":2042,"date":"2020-09-01T22:34:44","date_gmt":"2020-09-01T20:34:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/?p=2042"},"modified":"2020-09-01T23:14:17","modified_gmt":"2020-09-01T21:14:17","slug":"sr20-13-genua-pavia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/archives\/2042","title":{"rendered":"SR20-13 Genua &#8211; Pavia"},"content":{"rendered":"\n<p>Ich h\u00e4tte schon um sechs in Pavia sein k\u00f6nnen. Aber auf den letzten Kilometern verhedderte ich mich noch in Baustellen und Sackgassen. So ist das manchmal auf Radtouren. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image6-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2053\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image6-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image6-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image6-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image6-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image6-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Pavia: der Ponte Coperta mit Dom im Hintergrund<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Nach dem Ruhetag gestern bin ich heute f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse fr\u00fch aufgebrochen. Mir schwante schon, dass die Berge Zeit kosten w\u00fcrden. Deshalb war es gut, etwas Puffer einzuplanen. Ich war froh, nach einigen Kilometern Genua hinter mir lassen zu k\u00f6nnen. Der Gro\u00dfstadtverkehr war anstrengend, viel L\u00e4rm, Hochstra\u00dfen, Tunnel, wenige Radwege, alles sehr verbaut und grau vom vielen Verkehr. F\u00fcr die sch\u00f6nen Seiten muss man sich sicher mehr Zeit nehmen, als ich sie mitgebracht hatte. <\/p>\n\n\n\n<p>A propos Zeit. Es ist nat\u00fcrlich immer die Frage, wie viel Zeit man sich nimmt. Diese Art des Reisens erfordert immer den Blick auf die Uhr, auf das Datum und Faktoren, die Zeit brauchen. Der Weg ist zwar auch ein Ziel, aber nicht alles. Nat\u00fcrlich steht f\u00fcr mich die Bewegung im Vordergrund. Das Durchqueren von Landschaften mit dem Rad, in der Hitze, auch mal mit Wetter-Unbill, das ist f\u00fcr mich Sommer. Es braucht aber f\u00fcr mich auch ein Fernziel, das zieht: das Meer zum Beispiel, die Ostsee, das Mittelmeer. Und es ist der Reiz, aus eigener Kraft hin- und zur\u00fcckzukommen. So gesehen ist es auch wiederum ein langsames, entschleunigtes Reisen. Ich kann t\u00e4glich die sich ver\u00e4ndernde Landschaft beobachten, die Vegetation, \u00fcbernachte in vielen verschiedenen St\u00e4dten und bekomme dadurch ein Gef\u00fchl f\u00fcr Europa. Wie schnell ist man doch in den Alpen, im Mittelmeerraum, in Tschechien und Polen, selbst mit dem Rad.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Apennin war es erwartungsgem\u00e4\u00df ein schwieriges Vorankommen. Ich musste das Rad immer wieder schieben, da die Anstiege zu steil waren. Halbeins etwa erreichte ich den <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bocchetta_Pass\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bocchetta_Pass\">Passo della Bocchetta<\/a>, 772 Meter hoch. Ich war nassgeschwitzt und trocknete mich an der Sonne. Unterwegs war mir der Schwei\u00df schon \u00fcber die Stirn fasst in die Augen getropft. Ich tupfte mit der Serviette vom Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet die salzige Br\u00fche ab. Auf irgendeiner Etappe floss mir der Schwei\u00df mal ins Auge &#8211; ein brennender Schmerz.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Pass aus sah ich das letzte Mal f\u00fcr dieses Jahr das Mittelmeer. Das Grau des Wassers lie\u00df sich vom Horizont kaum unterscheiden. Nur die Fahrspur eines gro\u00dfen Schiffes und das Blinken eines anderen Schiffes verieten das Meer. Pl\u00f6tzlich kam ein Radtourer aus Deutschland angeschoben. Er war in Marburg gestartet, hatte die Alpen \u00fcber den Reschenpass gequert und war \u00fcber Rom nach Sizilien gefahren. Von dort war er gestern mit der F\u00e4hre in Genua angekommen, um die Heimreise anzutreten. Er wollte heute auch nach Pavia und dann \u00fcber den Spl\u00fcgenpass. Auf 1.000 Meter hat er schon eine Unterkunft. Ich \u00fcberlege, ob ich das auch mache.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang der Bergtour ist mir noch ein italienischer Radtourenfahrer begegnet. Vielleicht hat er ein anderes Ziel oder war langsamer. Auf dem Pass habe ich ihn jedenfalls nicht gesehen, obwohl ich ja eine Pause gemacht hatte. Ich verabschiedete mich von dem Marburger und meinte, wir w\u00fcrden uns sicher wieder treffen. Erst in Tortona machte ich eine Pause. Im Grunde genommen war alles nach dem Bocchetta-Pass eine Rennstrecke, bis vielleicht auf zwei, drei Ausnahmen. Nach der Abfahrt ging es auf gr\u00f6\u00dferen, gut ausgebauten Stra\u00dfen mit breitem Seitenstreifen weiter. Das Gel\u00e4nde flachte langsam bis Pavia ab, sodass ich in h\u00f6heren G\u00e4ngen gut durchziehen konnte. Wenn da nicht hinter der Po-Br\u00fccke eine d\u00e4mliche Route \u00fcber kiesige Sandwege gewesen w\u00e4re. Ich kam dann in zwei D\u00f6rfern zwar wieder auf gute Radwege. Aber eine kleine Nebenstra\u00dfe, die mich ans Ziel bringen sollte, war gesperrt. Auch mit Alternativstrecken war nicht viel zu machen. Das Navi zeigte zwar einen Weg an, aber nicht den Zaun, der die Weiterfahrt blockierte. Ich fuhr also wieder zur\u00fcck bis zu einem Dorf und folgte einem Schild nach Pavia. Hinter einer Kurve lag dann pl\u00f6tzlich \u00fcberraschend die Altstadt in der Abendsonne vor mir, mit der sch\u00f6nen Ponte Coperto. Es war kurz vor sieben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image0-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2048\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image0-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image0-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image0-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image0-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image0-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Der Ponte Coperta bietet einen vorz\u00fcglichen Weg in die Stadt Pavia.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Mein Smartphone l\u00e4sst mich immer mehr im Stich, was auf einer Reise besonders ung\u00fcnstig ist, z. B. f\u00fcr Absprachen mit den Unterk\u00fcnften. Fotos finden sich in der Galerie nicht wieder &#8211; oder nur manchmal. Oder es gibt keine Vorschau mehr. WhatsApp hat ja schon das Ende des internen Speichers verk\u00fcndet, aber ich kann die mehr als reichliche Speichererweiterung nicht zuweisen. Die Apps starten langsam. W\u00e4hrend der Fahrt heute war pl\u00f6tzlich der Akku alle. Irgendwas muss irrsinnig Strom gezogen haben. Fotos lassen sich in die Dropbox nicht mehr hochladen. In Pavia habe ich dann mit dem iPad fotografiert. Das Tablet ist f\u00fcr schnelle Fotos unterwegs nat\u00fcrlich ungeeignet. &#8211; Was tun mit dem Handy? Ich werde jetzt wegen der Tour am Sailfish OS nicht viel herumbasteln. <\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: 126 Kilometer, 1051 Meter Anstieg, eine anstrengende Bergetappe durch den Appenin mit dem letzten Blick ans Mittelmeer aus 772 Metern H\u00f6he und eine sehr sch\u00f6ne alte Stadt in der Lombardei zum Betrachten und \u00dcbernachten. Ich habe mir bis Tortona einen leichten Sonnenbrand geholt: Erwischt hat es die kahlen Stellen an meinem Kopf. Ich habe mich zu sp\u00e4t eingecremt. Mit 26 Grad war es heute am 1. September in der Po-Ebene noch hochsommerlich warm. Die leichten Halsschmerzen von den Klimaanlagen in den letzten Hotelzimmern sind noch nicht ganz weg. Normalerweise schwitzt sich das auf der Tour aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image4-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2052\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image4-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image4-300x225.jpeg 300w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image4-768x576.jpeg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image4-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image4-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Der Fluss in Pavia hei\u00dft Ticino.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image2-768x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2050\" srcset=\"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image2-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image2-225x300.jpeg 225w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image2-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image2-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/image2-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich h\u00e4tte schon um sechs in Pavia sein k\u00f6nnen. 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