{"id":2606,"date":"2021-08-21T22:33:52","date_gmt":"2021-08-21T20:33:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/?p=2606"},"modified":"2021-08-21T23:46:43","modified_gmt":"2021-08-21T21:46:43","slug":"sr21-14-verona-riva-del-garda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stefan-droessler.com\/blog\/archives\/2606","title":{"rendered":"SR21-14 Verona-Riva del Garda"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Stadt war voller Touristen. Schon gestern Abend war der Platz vor der Arena in Verona stark bev\u00f6lkert. Wie in Rom so auch hier: Zwei Soldaten mit Maschinengewehren von der Esercito Italiano, dem italienischen Heer bewachten den Platz. Auf dem Gel\u00e4ndewagen steht ESERCITO und irgendwo habe ich auch die Internetadresse gesehen, die zur Esercito-Seite vom Verteidigungsministerium f\u00fchrt: <a href=\"http:\/\/www.esercito.difesa.it\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.esercito.difesa.it<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Verona hat Charme und scheint ein Pilgerort f\u00fcr Verliebte zu sein. Vor der Casa di Giulietta stand bereits kurz nach 10 Uhr eine lange Schlange und wartete auf Einlass. Alles sehr romantisch. In der N\u00e4he fand ich vor allem meinen Sportartikelgesch\u00e4ft, in dem ich mir eine Regenjacke kaufte, um f\u00fcr die Berge ger\u00fcstet zu sein. Es kann in den n\u00e4chsten Tagen Gewitterschauer geben. In den Bergen kann das Wetter ohnehin schnell umschlagen. Und auch wenn es nicht regnet, kann es sehr windig werden. Da hilft die Jacke ebenso.<\/p>\n\n\n\n<p>An einer Radwerkstatt f\u00fcllte ich mit einer Standpumpe Luft in meine Reifen nach. Die Druckanzeige kam mir etwas merkw\u00fcrdig vor: Vorne hatte ich schon 5 Atmosph\u00e4ren, hinten lag der Wert bei 7. Bei 5 ist bei mir eigentlich Schluss. Ich f\u00fcllte trotzdem etwas nach und lie\u00df mich vom Gef\u00fchl und dem Augenschein meiner Reifen leiten. Ich musste nat\u00fcrlich in Verona auch immer Fotos machen. &#8211; Mit anderen Worten: Ich vertr\u00f6delte etwas Zeit in der sch\u00f6nen Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Navi f\u00fchrte mich auf einen Radweg zum Gardasee. Mittags wurde es wieder sehr hei\u00df. Ich hatte mir die Westseite des Sees ausgew\u00e4hlt, damit ich mit dem Licht am Nachmittag und Abend auf den See schaue und die sch\u00f6neren Fotos bekomme. Zwischen Desenzano del Garda und Sal\u00f2 ging es auch mal querfeldein in die Berge, um die Landzungen, die in den See reichen, abzuk\u00fcrzen. Ich machte in Fasano Pause, um Eis zu essen und zu verschnaufen. Ab hier wurde der See nach Norden hin immer schmaler, das andere Ufer war besser zu sehen. Ich musste mein R\u00fccklicht anschalten und durch viele Tunnels fahren. Der Autoverkehr war lebhaft, was vor allem in den Tunnels nervt. In Limone wich ich von der Stra\u00dfe ab und folgte dem Navi. <\/p>\n\n\n\n<p>Limone macht Werbung mit Limonen, bzw. Zitronen. Dabei stammt der Name des Ortes wohl urspr\u00fcnglich vom r\u00f6mischen Limes. Limonen sind nat\u00fcrlich sympathischer als eine Grenze und diese Art von Identit\u00e4tswechsel f\u00e4llt leicht. Ich zw\u00e4ngte mich mit den anderen Touristen durch die engen Gassen. Ich kam auf einen schmalen Weg Richtung Norden, der steil auf und ab ging. Er m\u00fcndete in einen mit Holzplanken belegten Br\u00fcckenweg, der von au\u00dfen an den Berg angeflanscht war, sodass man nicht mit den Autos in die Tunnels fahren musste. Daf\u00fcr hatte man aber viele Fu\u00dfg\u00e4nger, die Selfies machten oder auf den See schauten, nur nicht auf Radfahrer. Ich kam langsam voran, aber das machte nichts. Zum einen genoss ich ebenfalls die Aussicht, machte Fotos und lag auch noch gut in der Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende des ph\u00e4nomenalen Limone-Wegs kam man bei einem Denkmal f\u00fcr die Gefallenen des 1. Weltkriegs heraus. Ein Gel\u00e4nder war so gebaut, dass man als Fu\u00dfg\u00e4nger durch eine schmale Schleuse auf die Stra\u00dfe kam. Als Radfahrer kam man da nicht durch. Das gleiche Problem erkannte ein junger Radtourer, der mehr Gep\u00e4ck dabei hatte als ich. Wir sprachen kurz Englisch, dann wechselte ich auf Deutsch, als ich merkte, dass das besser passt. Er wollte oberhalb von Riva del Garda an einem See sein Nachtlager aufschlagen. Mit dem Zelt ist er nat\u00fcrlich unabh\u00e4ngig und spart sich die \u00dcbernachtungskosten. &#8222;Daf\u00fcr fehlt mir das Geld&#8220;, meinte er. Er kam vom Lago Maggiore und hielt sich bei seiner Tour an die Seen der Alpenregion.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kehrte oberhalb von Riva in der Villa Moretti ein, ein tolles Haus mit Swimming Pool und einem herrlichen Garten mit Palmen. Die Praktikantin, eine d\u00fcnne junge Frau, erkl\u00e4rte mir das Haus auf Deutsch &#8211; solange die Chefin noch im Garten besch\u00e4ftigt war. Sie meinte, ich solle sie verbessern, was ich auch brav tat. Sie erkl\u00e4rte den Self Service. &#8222;Wie hei\u00dft das auf Deutsch?&#8220; &#8211; &#8222;Selbstbedienung.&#8220; &#8211; &#8222;Ah, Selbst-bedie-nung.&#8220; Und so weiter. Sehr nett.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Rabenstein, einem Ortsteil von Moos in Passeier, hatte sich der Wirt gemeldet. Es habe eine \u00dcberschneidung bei der Buchung gegeben und deshalb sei das Zimmer schon vergeben. Er k\u00f6nne mir aber ein Zimmer im Erdgeschoss ohne Balkon anbieten &#8211; zur Halbpension. Ich griff zu, zumal ich \u00fcber ein Abendessen vor dem Aufstieg zum Timmelsjoch dankbar bin und mich nicht unterwegs irgendwo verproviantieren muss. Rabenstein liegt schon auf rund 1.400 Metern H\u00f6he und es ist mir ganz recht, wenn es am n\u00e4chsten Tag nur noch 1.000 Meter bis zur Passh\u00f6he sind. Das l\u00e4sst sich am Vormittag ganz gut machen. Theoretisch, denn ich kenne das Timmelsjoch ja noch nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Morgen will ich erst einmal nach Bozen.<\/p>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.komoot.de\/tour\/462373589\/embed?profile=1\" width=\"100%\" height=\"680\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n\n\n\n<p>Aktuelle Fotos gibt es wieder in meiner Cloud: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/cloud.stefan-droessler.com\/s\/9AMwXX54fbTCYj6\" target=\"_blank\">https:\/\/cloud.stefan-droessler.com\/s\/9AMwXX54fbTCYj6<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadt war voller Touristen. 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