Achte Etappe: Halle-Schönebeck

Der Tag begann sommerlich-heiß. Der Aufbruch in Halle zog sich etwas hin. Ich fuhr ein paar Schleifen an der Saale, in der Hafenstraße, in Giebichenstein und Kröllwitz, nahm mir Zeit zum Fotografieren, bevor ich am Saaleradweg Richtung Wettin und Bernburg die Stadt verließ.

Brücke der Freundschaft, Peißnitz-Insel Halle.
Halle: Blick von Giebichenstein nach Kröllwitz mit dem Traditionslokal „Krug zum grünen Kranze“.

In Brachwitz nahm ich für ein Euro die Fähre und hielt einen Schwatz mit einem Pärchen, das auch auf Radtour war. Ich fuhr durch die für die Region typische Porphyrlandschaft. Der Porphyer, ein magmatisches Ergussgestein, taucht regelmäßig in Form rötlicher Felsen auf. Die Templerkapelle vor Wettin ließ ich links liegen. Sie war eingerüstet und wird wohl gerade saniert. An der Saale in Wettin war zur Mittagszeit ein buntes Treiben zu beobachten. Touristen, die gerade von der Burg abgestiegen waren oder den Aufstieg noch vor sich hatten.

Porphyr, irgendwie auch noch eiszeitlich überformt

Bei den Ortsdurchfahrten hat man in dieser Region meist altes Kopfsteinpflaster. Hinter Wettin kam ich über ein paar Kilometer richtig kaputte Nebenstraße wieder auf den gut ausgebauten Saaleradweg. Ich kam während dieser Tagesetappe durch stille Auenwälder mit dichtem Unterholz, aber auch an Industrieanlagen vorbei. Zum Beispiel an Drahtindustrie in Rothenburg. Außer einem nagelneuen LKW, der beladen ein Werk verließ und einem Radfahrer war in diesem Ort nichts an Bewegung zu sehen. Von Läden ganz zu schweigen.

Das alte Werksambulatorium von Rothenburg

Lebendig wurde es wieder in Bernburg. Ein Döner, eine Konditorei mit Eis im Angebot und ein Bäcker hatten geöffnet. Schüler waren unterwegs, teils mit Musikinstrumenten beladen. Ich aß ein Eis und kaufte Brötchen. In der Ferne zogen Gewitterwolken auf. Südlich von Calbe, in Wispitz, geriet ich in ein starkes Gewitter und musste eine Stunde in einem Bushäuschen ausharren. Das schütze mich allerdings gut vor dem Wolkenbruch und den Hagel. Als der Regen nachließ, fuhr ich, mit Regenjacke bekleidet, nach Calbe. Eine Uferstraße war überschwemmt. In einem Supermarkt verproviantierte ich mich für den Abend.

Gewitter, von der Bushaltestelle aus betrachtet.

Richtung Barby, wo die Saale in die Elbe mündet, war eine schwarze Wolkenwand zu sehen. Ich verzichtete auf den Umweg über Barby und fuhr direkt zu meinem Quartier nach Schönebeck, dem Kulturhaus Felgensleben. Ich schien der einzige Gast zu sein. Das Restaurant hatte geschlossen, wohl schon länger.

Wettin
Baumhaus in Bernburg
Halle
Hafenstraße, Halle
Alte Hafenanlage in Halle
Überschwemmung einer Uferstraße an der Saale in Calbe nach dem Gewitter

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