Etappe 7: Semur-Dijon

Unsere gemeinsame Tour endet hier in Dijon. Burkhard fährt mit dem Zug nach Hause, ich habe noch bis Montag Zeit und kann mit dem Rad nach Hause fahren.

Heute gab es unterschiedliche Vorstellungen von der Route. Ich hatte mit Komoot geplant und eine Kletterstrecke dabei. Burkhard hatte mit den Radkarten den Weg am Canal de Bourgogne vor Augen. Ich hatte das gestern Abend nicht weiter verfolgt, weil ich dachte, dass Komoot auch am Canal rauskommt. Man muss immer aufpassen, ob man Rennrad, Gravelbike oder schlicht Fahrrad eingestellt hat. Ich plane für gewöhnlich „Fahrrad“ und habe dann weniger Straße, weniger Berge und mehr Radweg in der Route. Gravel macht nur Sinn, wenn man schlechte Wege mag.

Frühstück in Semur
Die Steigung ließ sich gut und gleichmäßig fahren
Ein Brioche-Fest, lecker
Sieht so aus, als wenn wir aus der Hitze rausfahren. 🙂
Autobahnunterquerung
Kanal mit Niedrigwasser

Bis Dijon fuhren wir fast durch, hatten aber 10 Kilometer vor dem Ziel doch noch einen Supermarkt auf dem Weg für die Mittagsrast. Der Kanal hatte Niedrigwasser, vielleicht war er deshalb nicht befahren. Ein paar Fischreier versuchten ihr Glück, eine Ente gründelte im Trüben.

Dijon war auf 35 Grad aufgeheizt. Wir ruhten erst im Hotel und schauten Tour de France, die Sprintetappe nach Bordeaux. Nach Besichtigung der Hauptkirche Notre-Dame und Flanieren an den Markthallen kehrten wir an der Place François Rude ein und bestellten Bœuf Bourgignon und alkoholfreies amerikanisches Pale Ale aus Tschechien.

Zeit für eine Bilanz. Auf meine Liste der überflüssigen Dinge gehören: ein Baumwoll-T-Shirt, ein Merino-T-Shirt, ein drittes Paar Funktionssocken, ein langes Trikot und der Rasierapparat. Die Regensachen, Ersatzschlauch und Werkzeug bleiben für den Fall der Fälle. Für die nächste Tour muss ich rechtzeitig Wunderpulver bestellen, wie Jens sagt, also Elektrolyte, damit das Wasser isotonisch wird. Man verbraucht ja bei der Hitze viel Wasser und schwitzt die Salze mit aus.

Am Abend gab es auf der Place Darcy Musik, die Leute tanzten. Wir besorgten uns Bier und zogen uns ins Hotel zurück und schlossen unsere Reisekasse ab.

Passt.
An der Place François Rude
Uhrenvergleich
An der Markthalle
Josef sieht man seltener mit dem Kinde dargestellt
On y danse…
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Etappe 6: Corbigny-Semur-en-Auxois

Der Wind hat sich mit unserer Fahrtrichtung nach Norden mitgedreht. Auf dem letzten Stück nach Semur kam er böig von der Seite. Auf unserem Programm stand heute die Basilika Ste. Marie-Madeleine in Vézelay mit den vielen figürlichen Darstellungen an den Kapitellen. Das bedeutete aber auch Bergarbeit, denn Vézelay liegt auf einer Anhöhe. Zur Basilika führt eine Gasse hoch. Wir schoben die Räder das letzte Stück. Es war 10 Uhr, aber keine Pilger zu sehen. Vézelay ist nämlich ein Wallfahrtsort.

Vézelay
Kampf am Jabbok, Basilika Ste. Marie-Madeleine, 1. Mose 32

In der Basilika gibt es ein spezielles Kapitell, nämlich die Darstellung von Eugène-Eugénie, die heilige Eugenia, einer Frau und Transgender, die im Okzident wie im Orient als Heilige verehrt wurde. Ariane gab mir den Lesetipp: Chloé Maillet, Des seins de moine à Vézelay. Eugène-Eugénie, nouvelle image transgenre au xiie siècle, https://doi.org/10.4000/gradhiva.3897.

In Avallon hielten wir Siesta und legten uns im Park bei einer Vauban-Statue schlafen. Gegenüber redete ein Mann unaufhörlich auf sein Telefon ein. Ich hörte mich nur kurz selbst schnarchen und war für eine halbe Stunde weggetreten. Burkhard spendete nach der Pause noch eine Feige, dann kurbelten wir in der Nachmittagshitze über kleine Landstraßen zu unserem Ziel Semur-en-Auxois.

Mittagspause
Avallon

Am Chateau d‘Époisse rasteten wir ein letztes Mal. An der Toreinfahrt hatte sich eine Gruppe Mädchen niedergelassen, die mit Rucksack und Wanderstöcken unterwegs waren, vielleicht Pfadfinderinnen. Ich grüßte „Bonjour!“, es ertönte die gedehnte Antwort im Chor „Bonjour, Monsieur!“ – Dann auf dem Rückweg: „Bon après-midi!“ und der Chor „Mer-ci-e, Mon-si-eur!“ Ich fühlte mich wie der Klassenlehrer.

Rast im Park des Chateau d‘Epoisse

Ein paar Kilometer vor Semur wurde ich zittrig, Unterzuckerung. Burkhard spendierte einen Riegel, der schnell wirkte. Die Anstiege und der Wind kosteten doch ein paar Körner mehr heute. Am Ende auch noch das wilde Kopfsteinpflaster in der Altstadt, das uns durchschüttelte. Unser Wirt hatte Mitleid mit uns und spendierte kaltes Wasser. Ob wir bei der Hitze Lust hätten auf ein kaltes Bier. Ich fragte, ob er auch Alkoholfreies hätte. Das nicht, aber vielleicht wäre ein Blondes auch ok. Bisschen wie Fisch für Vegetarier…

Zeitreise
Durch den Wind klatschten die Telefonleitungen aneinander
Mensch und Tier zieht es in diesen schönen Laden in der Altstadt von Semur
Verkauf regionaler Produkte
Semur
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