Etappe 3: Rang-Dole

Wir sind nach wie vor auf dem Eurovelo 6 unterwegs, sehr gut asphaltiert, alles flach, keine besonderen Herausforderungen. Wir nahmen zwei Abkürzungen über die Berge, zum einen, weil der Doubs sich stark mäandrierend durch das Jura arbeitet, zum anderen wegen einer Umleitung. Der Radweg war auf einem Abschnitt gesperrt. Manchmal habe ich auch komische Sachen gemacht, weil ich das Navi falsch interpretiert und den Maßstab zu groß gewählt hatte. Burkhard hat im Sichtfenster der Lenkertasche die Landkarte und den Grobüberblick, aber da fehlt schon der Eurovelo.

Frühstück in Rang mit selbstgemachter Marmelade

In Besançon fuhren wir durch einen langen Fußgänger- und Fahrradtunnel, der nicht beleuchtet war. Bis sich unsere Augen, die aus dem grellen Sonnenlicht kamen, angepasst hatten, dauerte es. Im Dunkeln geisterten Leute umher, aber niemand lief ins Rad.

Tunnel in Besançon: Erstaunlich, dass das Telefon in der Dunkelheit noch so viele Fotonen findet oder sich welche hinzurechnet, wer weiß

Am Wegesrand sah ich einen Aufsteller einer Epicérie, Bio, in der wir uns für das Mittagessen verproviantierten. Bananen sind wegen des hohen Kaliumanteils ja immer gut gegen Herzbersagen. Es dauerte noch einige Kilometer, bis wir eine Bank im Schatten zum Rasten fanden. Auf dem Bus zogen Paddler und ein Motorboot vorbei, uns fielen die Augen zu.

Auf dem Doubs ist heute etwas mehr Verkehr als gestern.

Am Nachmittag fanden wir ein Schwimmbad, in dem wir die Wasserflaschen auffüllten, natürlich nicht aus dem Pool, sondern frisches Klowasser. Ein Schwimmer meinte, es sei fürs Radfahren heute ja etwas zu sonnig. Da saßen wir schon auf dem Rad und murmelten etwas, mir viel as-hoc nichts schlagfertiges auf Französisch ein.

Kletterszene in Rochefort-sur-Nenon

In Dole sahen wir die ersten Schilder für die Straßensperrung wegen der Tour de France. Wir bezogen bei 32 Grad wieder ein Hotel mit Pool, der bei den Kindern der Renner war. Wir selbst beschäftigten uns nach dem Essen mit der weiteren Tourplanung beim kühlen Bier. Im Lokal waren die Bierpreise kaputt, 7 Euro für 0,33 Liter Flüssigkeit. Weinpreise. Frankreich ist halt ein Weinland. Aber auch ein Fahrradland.

Dole
Streckensperrung für die Tour
Hotelbibliothek
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Etappe 1: Bad Krozingen-Mömpelgard-Rang

Wir sind den ganzen Tag am Rhein-Rhône-Kanal entlang gefahren, morgen wird das so weitergehen. Die Fließrichtung hatte sich unterwegs mal geändert, das heißt der Kanal überwindet Höhenmeter. Erstaunlich, wie das funktioniert. Im Kanal war ansonsten nichts los, es war nur ein Schiff in der Schleuse, aber viele Angler lungerten am Ufer herum.

Temperatur heute bis 29 Grad und Sonne pur, bestes Radtourwetter. Infrastruktur: dünn, keine Trinkwassebrunnen (ich hatte morgens vergessen, die Trinkflaschen zu füllen), Bäckereien und Supermärkte auf dem Weg, aber immerhin zwei Fahrradraststätten.

In einem verwunschenem Dorf bei L‘Isle sur le Doubs, Rang, bezogen wir in einer sehr schönen, familiengeführten Herberge ein, mit einem Pool, der mich an Alain Delon und Romy Schneider erinnerte, kleiner zwar, aber die Mischung aus Sommer und abgelegenem Dorf in Frankreich in dieser Familie…

Die Dame des Hauses gab uns eine Gebrauchsanweisung für alles, auch für die zwei Katzen, den Hund und die Selbstversorgerküche. Uns gelüstete es jedoch nach Savoire vivre in einem französischen Lokal. Dafür mussten wir nach dem Duschen wieder nach L‘Isle 100 Höhenmeter über den Berg in das Restaurant L‘Agape. Der Sommerabend verstrich mit Reisenotizen.

Unsere Herberge in Rang

Der Rhein-Rhône-Kanal
Rast in Mühlhausen, die Tour de France ist auch beflaggt, geht aber erst nach uns durch Burgund
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