Etappe 1: Bad Krozingen-Mömpelgard-Rang

Wir sind den ganzen Tag am Rhein-Rhône-Kanal entlang gefahren, morgen wird das so weitergehen. Die Fließrichtung hatte sich unterwegs mal geändert, das heißt der Kanal überwindet Höhenmeter. Erstaunlich, wie das funktioniert. Im Kanal war ansonsten nichts los, es war nur ein Schiff in der Schleuse, aber viele Angler lungerten am Ufer herum.

Temperatur heute bis 29 Grad und Sonne pur, bestes Radtourwetter. Infrastruktur: dünn, keine Trinkwassebrunnen (ich hatte morgens vergessen, die Trinkflaschen zu füllen), Bäckereien und Supermärkte auf dem Weg, aber immerhin zwei Fahrradraststätten.

In einem verwunschenem Dorf bei L‘Isle sur le Doubs, Rang, bezogen wir in einer sehr schönen, familiengeführten Herberge ein, mit einem Pool, der mich an Alain Delon und Romy Schneider erinnerte, kleiner zwar, aber die Mischung aus Sommer und abgelegenem Dorf in Frankreich in dieser Familie…

Die Dame des Hauses gab uns eine Gebrauchsanweisung für alles, auch für die zwei Katzen, den Hund und die Selbstversorgerküche. Uns gelüstete es jedoch nach Savoire vivre in einem französischen Lokal. Dafür mussten wir nach dem Duschen wieder nach L‘Isle 100 Höhenmeter über den Berg in das Restaurant L‘Agape. Der Sommerabend verstrich mit Reisenotizen.

Unsere Herberge in Rang

Der Rhein-Rhône-Kanal
Rast in Mühlhausen, die Tour de France ist auch beflaggt, geht aber erst nach uns durch Burgund
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Etappe 0: Mühlacker-Karlsruhe

Die Burgund-Radtour begann mit Zugverspätungen und Signalstörungen. Treffpunkt ist Bad Krozingen, morgen soll es losgehen. Nach zweieinhalb Stunden erreichte ich Stuttgart, eine Stecke, die mit dem Rad von Tübingen durch den Schönbuch schneller geht, mit dem Auto etwa 40 Minuten. Ich könnte ja entspannt sein, weil Urlaub, aber das Hotel ist gebucht und mit Burkhard gibt es einiges zu besprechen.

Der Anschlusszug nach Karlsruhe war verspätet, der nächste fuhr nur bis Mühlacker. „Personen im Gleis.“ Streckensperrung. Auf dem Weg aus dem Bahnhof sprach mich ein gut gekleideter Mann von hinten an. „Du kanschd ja mit dem Rad weiter.“ – Antwort mit leicht Thüringer Akzent: „So isses. Genau so mach ich es.“ Kurz noch die Strecke geplant, Kleidung und Rad feinjustiert, im Hotel und mit Burkhard die Verspäung besprochen, Navi an und los.

Die Fahrt durch die reifen Kornfelder in der Abendsonne und Orte wie Corres und Dürrn genoss ich sehr. Mal wieder auf Tour und nicht mit Handschuhen und Schnupfen.

Karlsruhe: Zug knapp verpasst, wieder warten. Im Fernverkehr war noch ein Stellplatz frei. Nach der Buchung endlich Zeit fürs Abendessen, dann kam die Meldung, dass die Verbindung nicht mehr fahrbar ist. Weniger Wagen und das Rad geht doch nicht mit. Neuer Versuch mit Umstieg in Offenburg, das klappte, aber es wurde spät. Fünf vor zwölf erreichte ich unseren Treffpunkt. Wird fünf vor zwölf das Motto der Tour?

Letzter Zug nach Bad Krozingen
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