In den kühlen Morgenstunden sind wir am Canal Du Midi und an einem Loire-Seitenkanal entlang gefahren. Man sieht in Frankreich viel wenig Stromer. Dafür frönen die Angler am Kanal ihrer stillen Leidenschaft und Madame oder Monsieur ist mit dem Hündchen unterwegs. Und die Mitarbeiterin von der Kanalverwaltung, die Wasserproben entnimmt und ihre Tour macht.

Auf unserer eigenen Tour sprechen wir immer über die französische Sprache, meditieren Speisekarten, Straßenschilder, Vokabeln und das oft routiniert-schnoddrige Hotelfranzösisch, „Le petit-déjeuner à partir 6:30 heures…“ und so weiter. Lustig ist, dass sich der Ort Cercy-la-Tour für LE Tour de France herausgeputzt hat – ein Wortspiel.



Noch vor Mittag verließen wir die Fernradwege und schlugen uns quer durch die Landschaft bis in den Morvan durch. Auf den einsamen Landstraßen begegnete uns niemand, keine Radfahrer mehr unterwegs, nur ab und zu Traktoren, Landwirte bei der Arbeit. Die Charolais-Rinder, die die Weiden beherrschen, schauten uns interessiert zu, wie wir uns bergauf, bergab bei sengender Hitze um Fortbewegung mühten.

In Corbigny sind viele Lokale oder gar Hotels verlassen, aufgegeben. Viele Häuser stehen zum Verkauf. Neben den touristischen Orten sind wir hier in einer strukturschwachen Gegend gelandet. Im Restaurant „L‘Agriculture“ gibt es Galettes und drei indische und vietnamesische Gerichte. Während wir unser indisches Lamm futterten, donnerten große Strohtransporter an uns vorbei. Schließlich kehrte eine große Gesellschaft ein, französische Begrüßung, Küsschen links, Küsschen rechts – oder umgekehrt? Wir zogen uns zur Tourplanung in die Hotelbar zurück.



