2. Etappe: Neu-Ulm-Neuburg

Der zweite Tag der Donauradtour war etwas mühsam. Bis Donauwörth bin ich ganz gut vorangekommen – bei hochsommerlichen Temperaturen. Dann hatte ich einen Platten. Dazu später mehr.

Da im Hotel kein Frühstück angeboten wurde, kehrte ich beim Bäcker am Marktplatz ein. Der Mohnzopf wurde zu meinem Hauptantriebsmittel für die Tagesstrecke. In der Mittagspause war noch genug übrig. Gegen 10 Uhr startete ich und holte in einer Fahrradreparaturwerkstatt noch einen Ersatzschlauch.

Bedingt durch das Wochenende waren viele Radtourer an der Donau unterwegs. Irgendwie hatte ich den Anschluss nach Thalfingen verpasst. Überhaupt ist der Donau-Radweg streckenweise nur dürftig beschildert. An einer Brücke bei Günzburg gab es ein handgemachtes Schild für eine scharfe Rechtsbiegung. Wahrscheinlich, weil im nächsten Ort immer lauter verwirrte Radler umhergeisterten. Man kann sich aber insgesamt schon an den nächsten Orten orientieren, die, unabhängig vom Donau-Radweg, immer ganz gut beschildert sind.

Vor Lauingen war ich bei der Unterquerung einer Brücke gestürzt. Die Wegbiegung nach links war zu eng für die Geschwindigkeit, die ich hatte. Mein Vorderrad hatte zudem zu wenig Luft, sodass ich erst ins Schwimmen geriet und das Rad dann blockierte. Wenn der Weg steil hinauf geht, wird das Vorderrad sowieso stärker belastet. Eine Wasserflasche war ins Gebüsch geschleudert worden und am linken Oberschenkel gab’s eine kleine Läsion. Sonst war nichts passiert. Zum Glück war auch sonst kein Verkehr. Ich pumpte das Rad wieder auf und fuhr weiter Richtung Mittagspause in Dilligen, das ich gegen 13 Uhr erreichte.

Nach Donauwörth konnte ich ganz gut durchziehen. Hier waren mehr asphaltierte Wege zu fahren, auch größere Abschnitte auf kleinen, wenig befahrenen Landstraßen. In der heißen Nachmittagssonne musste ich öfters zur Trinkflasche greifen. In Donauwörth kam ich zunächst am großen Firmengelände von Airbus Helicopters vorbei, was mir noch vom vergangenen Jahr vertraut war und erreichte dann die deutlich kleinere idyllische Altstadt. Die Schattenplätze waren zumeist schon vergeben. Ich aß ein Eis, um die Energie für den Rest der Tour zu tanken. Hinter Donauwörth wurde das Gelände deutlich hügeliger und es waren einige fiese Anstiege zu bewältigen. Ich musste wieder Luft aufpumpen, wieder das Vorderrad.

In Bertoldsheim kehrte ich um 18 Uhr im Schlossgasthof ein, um Salz zu mir zu nehmen und zu trinken. Ich war schon wieder ziemlich ausgetrocknet. Wenn Wasser den Durst nicht mehr löscht, fehlt Salz. Ich aß eine Brätspätzlesuppe, trank viel und machte mich wieder auf den Weg. Kurz vor Neuburg ließ die Luft immer weiter nach, sodass ich entschied, die letzten 27 Kilometer nach Ingolstadt mit dem Zug zu fahren. Burkhard war schon längst im Altstadthotel, unserem Treffpunkt, angekommen. Rückblickend wäre ich wahrscheinlich genauso schnell gewesen, wenn ich den Schlauch gewechselt hätte und weitergefahren wäre.

Die Zugtickets waren schnell gekauft (2,75 Euro für BahnComfort nach Ingolstadt Hauptbahnhof und 2,75 Euro Fahrradkurzstrecke Bayern). Der Zug hatte aber Verspätung wegen eines Polizeieinsatzes. In Ingolstadt musste ich dann nochmal umsteigen zum Nordbahnhof. Gegen 22 Uhr war ich im Hotel. Da merkte ich, dass meine rechte Hand schmerzte. Beim Sturz hatte ich mich eigentlich links abgestützt. Wie wichtig doch so ein Daumen ist: Wäsche auswringen, Tür aufziehen und Zähneputzen waren etwas schwierig. In der Nacht krachten die Gewitter ganz ordentlich. Irgendwann ließ der Schmerz nach.

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