SR21-08 Bologna-Prato

Mein Rad ist total verdreckt. An den Tankstellen gibt es kein Wasser. Sonst könnte ich mich am Eimer mit Schwamm mal kurz bedienen. Man gibt die Autos in die Waschanlage. – Kurz was in der Tanke zum Trinken zu holen is auch nich. Dafür gibt es meist eine Bar in Nachbarschaft zur Tanke, aber nicht immer.

Gasse in Bologna, in der Nähe meines Hotels

Das Hotel bot kein Frühstück an. Also bin ich heute morgen erst einmal in die City, um mir die Stadt anzusehen. Das Hotel lag auch schon zentral am Bahnhof, sodass ich nur ein paar Gassen fahren musste, um mitten im Geschehen zu sein. Mit dem Frühstück hatte ich eine Entscheidungsneurose: hier zu chic mit Stoffservietten, da zu laut, weil an einer vierspurigen Straße und so weiter. Ich fuhr auf meiner Route raus aus der Stadt und kaufte mir eine Melone, die ich auf einer Bank verspeiste. Müsli mit viel Haferflocken hätten mich interessiert, aber das gab’s gestern Abend im Supermarkt auch schon nicht. Mein Super-Gel für die Berge hatte ein kleines Leck und musste deshalb auch weg. Ich habe es etliche Berge mit umhergefahren. Jetzt hat es mal seine Bestimmung gefunden. Ein paar Kekse noch als Nachtisch, dann fuhr ich Richtung Berge.

An der Basilika San Petronio ist ein Freilichtkino aufgebaut
Die beiden schiefen Türme Garisenda und Asinelli finde ich etwas besorgniserregend.
Laden in der Nähe der schiefen Türme.

Als Radwege wies Komoot Privatstraßen aus, die Firmen gehörten. Ich konnte nicht alle nehmen und beschloss, mich wieder etwas unabhängiger von der geplanten Route zu machen und die besseren Straßen zu nehmen. Am Navi kann ich gut erkennen, ob ich trotzdem auf Kurs bleibe. Die ersten 70 Kilometer fuhr ich in praller Sonne und machte früher Mittagspause als sonst: Weintrauben vom Supermarkt als Zuckerlieferant und Brot. Frisch gestärkt kletterte ich bis auf 1.000 Meter hoch, immer wieder mit Trinkpausen. Die Kletteretappen verliefen glücklicherweise im kühlen, schattigen Wald. Es ging hoch und wieder runter und wieder hoch. Dafür war der Blick auf Prato ein Traum. Theoretisch müsste auch Florenz zu sehen sein. Leider hat mein Smartphone keines der Fotos gespeichert. Der Speicher war mal wieder vollgelaufen, obwohl ich in den vergangenen Tagen immer wieder Videos und Bilder gelöscht habe. – Halb so wild. Ich bin in der Toscana angekommen.

Angeketteter Schlagbaum einer Privatstraße. Drunter durch? – Zu tief. Drüber hinweg? Nee…
Im Vorbeifahren fotografiert.
Mittagspause mit gelbem Weizenbrot und Frischkäse. Warum der gelbe Weizen bei uns nicht mehr angebaut wird, weiß ich nicht. Gelb ist jedenfalls gesund.
Straßenszene von einem Berg mit Blick auf…
… den Lago di Suviana

Ich hatte mit Carlo vom Hotel einen Deal, dass ich auch noch später kommen kann. Check-in war normalerweise bis 18 Uhr. Bei der Bergetappe und den Temperaturen wollte ich nicht hetzen. Halbacht war ich am Ziel, nach einer steilen Abfahrt. Ich muss mir morgen bei Tageslicht mal meine Bremsbeläge vorne anschauen. Ich glaube, die sind durch. Man sieht es, wenn die Bremsscheibe schwarz wird.

Die Landschaft hat sich hinterm Berg spürbar verändert. In der Toscana blüht der Oleander, alles ist Kleinteiliger, keine großen Felder, stattdessen Olivenhaine. Jetzt noch kurz schauen, wohin ich morgen fahre…

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SR21-07 Cremona-Bologna

Die Temperaturen steigen. Heute waren es am Nachmittag 35 Grad im Schatten. Von Sizilien kommen Nachrichten von einem Temperaturrekord von 48,8 Grad. Ich hatte trotzdem eine längere Tour geplant, da es keine Berge gibt und die Straßen gut sind. Nach 161 Kilometern kam ich um halbacht an meiner Unterkunft in Bologna an. Bologna auch deshalb, da es von hier einen guten Weg über den Apennin in die Toscana gibt, zumindest ist das Höhenprofil besser als von Reggio Emilia.

Der Fluss „Po“ bei Cremona.
Tomatenfeld
Hier wird wohl der Parmigiano-Reggiano hergestellt, was die Plakate vermuten lassen. Parma, Modena, Bologna – in der Region gibt es viel international erfolgreiche Agroindustrie.
In solchen Läden landen die Köstlichkeiten der Region.

Am Nachmittag kam etwas Wind aus östlichen Richtungen auf. Der trocknete mich noch mehr aus. Ich legte vielleicht nicht mehr Trinkpausen ein als sonst, trank aber deutlich mehr. Wenn ich das Bier hier noch schaffe, was ich mir vorgenommen habe, werden es rund 9 Liter für heute sein. Im Prinzip ist der menschliche Körper hervorragend für die Langstrecke gemacht. Er kann am ganzen Körper schwitzen und so die Temperatur regeln. Beim Radfahren kommt der Fahrtwind dazu, sodass eine normale Hochsommerhitze kein Problem ist. Aber da muss man natürlich immer schauen, was einem gut tut und was nicht.

Das ist leider mein einziges Bild von Parma.
Mittagspause in Reggio Emilia
Mit dem Fanta- und Weintraubenantrieb kam ich heute ans Ziel.

Für morgen sind in Bologna 37 Grad angesagt, mit weiter steigender Tendenz. Am Montag sollten es 40 Grad werden. Aber ich fahre ja weiter. Allerdings ist Prato, wo ich morgen hinwill, mit 38 Grad auch etwas heftiger. Also mal schauen und die Lage weiter im Blick behalten.

Lidl bekommt einen Punktabzug, da es keinen Kühlschrank mit Softdrinks gibt. Mineralwasser mit Mineralien habe ich auch noch nicht gefunden (vor allem Kalzium und Magnesium im Verhältnis von 3:1).

Letzter Kreisverkehr vor Bologna
Wer sich gefragt hat, wo die Eis-Universität ihren Sitz hat: es ist Bologna.
Siesta in Reggio Emilia
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