1. Etappe: Stuttgart-Neu-Ulm

Der Frühsommer ist eine dankbare Zeit für die erste längere Radtour. Mitte Juni ist es lange hell und die Temperaturen steigen auf angenehme Werte. Die Corona-Lockerungen machen Übernachtungen wieder möglich. Der Plan ist, an der Donau bis nach Wien oder Bratislava zu fahren. Treffpunkt ist am 13. Juni Ingolstadt – wir sind dieses Mal zu zweit. Die Rückfahrt wollen wir mit dem Zug zu Sommerbeginn am 21. Juni in Wien antreten.

Da ich in Stuttgart wohne habe ich heute das gute Wetter und den Brückentag genutzt, um den nächsten Weg an die Donau anzutreten: Ulm. Während es gestern an Fronleichnam noch kühl und regnerisch war, setzt der Sommer genau zum richtigen Zeitpunkt für mich ein.

Ich bin, wie oft, später losgekommen als geplant. Da waren noch ein paar wichtige E-Mails, die Gelben Säcke mussten raus und den Biomüll wollte ich nach meiner Wiederkehr auch nicht mehr in der Küche antreffen. Dann waren noch ein paar Sachen zu packen, das Rad aufzupumpen – und noch ein kurzer Blick auf die Streckenplanung und den Wetterbericht. Vor allem aber habe ich noch meine Bewässerungsanlage für die drei Tomatenpflanzen, die Yukka-Palme, den Lavendel und ein Korbblütengewächs (den Namen habe ich vergessen) in Betrieb genommen. Ach ja, der Abwasch noch und die Sonnencrème. Naja, am Ende bin ich erst Vierteldrei aufgebrochen. Letzter Check-in im Donau-Hotel in Neu-Ulm: 21 Uhr. – Passt.

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Stuttgart-Heilbronn: Sonnenuntergang am Neckar

Pfingstmontag, 1. Juni. Es ist wahrscheinlich der bisher wärmste Tag im Jahr. Zumindest ist es lange hell und auch am Abend noch deutlich über 20 Grad. Ideal also zum Radfahren. Ich hatte mir für heute die Strecke von Stuttgart aus flussabwärts am Neckar vorgenommen. Genau das richtige, wenn man wochenlang nur am Computer gesessen hat und nicht gleich in die Berge will. Bisher war ich nach der Arbeit am Neckar immer nur bis Remseck gefahren, meist auf der linken Seite hin und auf der anderen zurück über Canstatt, über die Brücke am Leuze-Bad und durch den Schlossgarten wieder zurück. Heute wollte ich einen neuen Teil erkunden. Heilbronn bietet sich als Ziel an, besser noch Bad Wimpfen, da man mit der Regionalbahn flugs wieder nach Hause fahren kann.

Ich war erst kurz nach 17 Uhr gestartet – bis man so loskommt etc. Im Schlossgarten waren erwartungsgemäß alle möglichen Sorten von Ausflüglern unterwegs, Sportler, aber vor allem viele Familien mit kleinen Kindern. Ich hielt mich dann auf der linken Neckarseite, um die Spielplätze und Biergärten, die sich auf der Canstatt-Seite bis zum Max-Eyth-See hinziehen, zu meiden und schneller voranzukommen. Das hatte sich bewährt.

Ich schätze an dieser Strecke besonders den Blick auf die Weinberge, die Steillagen die am Neckar in der Abendsonne besonders intensiv leuchten, die Kalksteinterrassen und Besenwirtschaften. Aber auch die Wege sind sehr gut ausgebaut und ausgeschildert. Ich hatte das Smartphone mit Komoot als Navi deshalb auch in der Tasche gelassen. Bei einer kurzen Trinkpause in Marbach entschied ich, den Neckar zu verlassen und den 11 Kilometer kürzeren Weg durch das Bottwartal zu nehmen. Dieser Abschnitt nach Heilbronn überraschte mich durch sehr gute Radwege. Ich hatte mit Straßenabschnitten und Schotterpisten gerechnet. Lediglich ab Ilsfeld sind Kieswege zu fahren, die mein Rad wieder haben einstauben lassen. Dafür waren die Wege noch recht schnell zu fahren. Die typisch württembergische hügelige Landschaft mit Burgen und Weinbergen machte auch diese für heute letzte Etappe zum Genuss.

Weinberg in Bad Cannstatt, erst beim Abendtraining am 3. Juni fotografiert.

In Heilbronn war noch viel Volks am Neckar unterwegs. Durch die gut ausgebauten Radwege war ich schnell am Bahnhof und hatte keine Eile, den IRE um 21.12 Uhr zu bekommen. Ticketpreise bis zum Hauptbahnhof nach Stuttgart (bwtarif): 4,95 Euro für mich (BahnCard 50) und 5,50 Euro für’s Rad.

Zur Komoot-App auf meinem Smartphone mit Sailfish-OS muss ich an anderer Stelle ausführlicher schreiben. Mich würde interessieren, wie sich die Genauigkeit beim Tracking im Unterschied z. B. zu Garmin-Geräten darstellt. Am Anfang ist bei meinen Daten heute ganz klar ein Aussetzer zu erkennen.

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