Etappe 5: Paray-Corbigny

In den kühlen Morgenstunden sind wir am Canal Du Midi und an einem Loire-Seitenkanal entlang gefahren. Man sieht in Frankreich viel wenig Stromer. Dafür frönen die Angler am Kanal ihrer stillen Leidenschaft und Madame oder Monsieur ist mit dem Hündchen unterwegs. Und die Mitarbeiterin von der Kanalverwaltung, die Wasserproben entnimmt und ihre Tour macht.

Die Loire

Auf unserer eigenen Tour sprechen wir immer über die französische Sprache, meditieren Speisekarten, Straßenschilder, Vokabeln und das oft routiniert-schnoddrige Hotelfranzösisch, „Le petit-déjeuner à partir 6:30 heures…“ und so weiter. Lustig ist, dass sich der Ort Cercy-la-Tour für LE Tour de France herausgeputzt hat – ein Wortspiel.

Cercy mit Putz für Le Tour de France
Hinter dieser Bananenstaude rief mir eine Dame zu: „ Oh, c‘est le Tour de France“. Hier feiert man die Tour, vom Männerfußball ist nichts zu spüren.

Noch vor Mittag verließen wir die Fernradwege und schlugen uns quer durch die Landschaft bis in den Morvan durch. Auf den einsamen Landstraßen begegnete uns niemand, keine Radfahrer mehr unterwegs, nur ab und zu Traktoren, Landwirte bei der Arbeit. Die Charolais-Rinder, die die Weiden beherrschen, schauten uns interessiert zu, wie wir uns bergauf, bergab bei sengender Hitze um Fortbewegung mühten.

In der Ferne ist der Morvan zu erahnen.

In Corbigny sind viele Lokale oder gar Hotels verlassen, aufgegeben. Viele Häuser stehen zum Verkauf. Neben den touristischen Orten sind wir hier in einer strukturschwachen Gegend gelandet. Im Restaurant „L‘Agriculture“ gibt es Galettes und drei indische und vietnamesische Gerichte. Während wir unser indisches Lamm futterten, donnerten große Strohtransporter an uns vorbei. Schließlich kehrte eine große Gesellschaft ein, französische Begrüßung, Küsschen links, Küsschen rechts – oder umgekehrt? Wir zogen uns zur Tourplanung in die Hotelbar zurück.

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Etappe 4: Chalon-Paray

In Paray-le-Monial sind wir am frühen Abend bei 36 Grad im Schatten eingetrudelt und schauten uns erst einmal die Basilika an. Poster und Veranstaltungshinweise deuteten auf ein reichhaltiges Musikleben hin.

Der Tag begann um halbsieben in Chalon mit einem reichhaltigen Frühstück, aber verunglücktem Müsli, weil angeröstet oder kandiert, aber ohne Hafer. Wer denkt sich soetwas aus? Beeindruckend sind hier in den Hotels immer die Klimaschränke für den Wein, das passt in die Region.

Bis Cluny folgten wir der „Voie verte“, einem Radweg auf einer ehemaligen Bahntrasse. Hinter Cluny verließen wir die „Grüne Spur“ , wir begannen in der Mittagshitze unsere Bergetappe. Vor dem letzten größeren Anstieg rasteten wir an einem außerhalb des Ortes an einem Hang gelegenen Friedhof, ein zuverlässiger Garant für frisches Wasser.

Die nächsten Tage bleiben so heiß. Nach dem Abendessen klügelten wir die nächsten drei Etappen bis Dijon aus.

Beleuchtete Boule-Bahn in der Hotelanlage in Paray-le-Monial
Zum Abendessen ein Charolais-Steak, das Gemüse gibt es nur gegen Aufpreis
Charolais-Rinder bei Charolles
Basilika in Paray
Mittagsruhe
Körnerbaguette mit Mohn
Wasser!
Wasser!
Taizé
An der Voie verte
Frühstückssaal mit Klimaschrank

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